Sturzgefahr im eigenen Zuhause
(kunid) So viele Unfälle wie noch nie: 2025 mussten in Österreich rund 266.100 Menschen ab 65 Jahren nach einem Unfall im Spital behandelt werden. Besonders häufig passieren Unfälle in den eigenen vier Wänden – und meist handelt es sich um Stürze.
Die Zahl der Unfallverletzten ab 65 Jahren ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Nach Daten des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) wurden 2015 noch rund 218.300 Menschen dieser Altersgruppe nach Unfällen im Spital behandelt, 2025 waren es bereits 266.100. Das entspricht einem Anstieg von rund 23 Prozent. Gleichzeitig ist allerdings auch die Zahl der Menschen ab 65 Jahren gewachsen: 2025 gehörten laut Statistik Austria rund 1,86 Millionen Menschen dieser Altersgruppe an, rund 17 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. 2.553 Menschen ab 65 Jahren starben 2025 infolge eines Unfalls.
Die meisten Unfälle passieren zu Hause
Besonders groß ist das Präventionspotenzial in den eigenen vier Wänden. Laut KFV ereignen sich 64 Prozent der Unfälle älterer Menschen im Haushalt. Am häufigsten betroffen sind das Wohnzimmer mit 17 Prozent, die Küche mit zwölf Prozent und das Schlafzimmer mit elf Prozent.
Die mit Abstand häufigste Unfallursache sind Stürze. Kabel, herumliegende Gegenstände und Bodenunebenheiten können ebenso zur Stolperfalle werden wie rutschige Böden oder schlecht abgesicherte Treppen.
„Wichtig ist es, kleine Anpassungen der Wohnumgebung möglichst frühzeitig umzusetzen – nämlich bereits dann, wenn man sich noch gesund und fit fühlt“, empfiehlt Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV.
Mit einfachen Maßnahmen vorbeugen
Eine gut beleuchtete Wohnung kann bereits wesentlich zur Sicherheit beitragen. Stolperfallen sollten entfernt und rutschende Teppiche mit geeigneten Unterlagen gesichert werden. Im Badezimmer können gut erreichbare Haltegriffe zusätzliche Sicherheit schaffen. Auch gut sitzende, rutschfeste Schuhe helfen, das Sturzrisiko zu reduzieren.
Ebenso wichtig ist regelmäßige Bewegung. Sie unterstützt Muskelkraft, Gleichgewicht und Trittsicherheit und kann dadurch dazu beitragen, Stürze zu vermeiden.
Knochenbrüche häufigste Folge
Kommt es dennoch zu einem Sturz, sind Knochenbrüche besonders häufig: Sie machen laut KFV mehr als 60 Prozent der Verletzungsfolgen aus. Betroffen sind unter anderem Handgelenke, Unterarme und Oberschenkel. Vor allem ein Oberschenkelhalsbruch kann zu langwierigen Einschränkungen der Mobilität führen.
Besondere Aufmerksamkeit ist bei Stürzen auf den Kopf erforderlich. Kopfverletzungen können schwerwiegende Folgen haben und Beschwerden mitunter erst zeitverzögert auftreten. Das KFV empfiehlt daher, Stürze mit einem Aufprall des Kopfes ärztlich abklären zu lassen.

