240 Millionen Euro gegen die Folgen der Dürre
(kunid) Nach außergewöhnlich trockenen Monaten wurde für die österreichische Landwirtschaft ein Hilfspaket im Umfang von rund 240 Millionen Euro vereinbart. Es soll Betriebe finanziell entlasten und zugleich Anreize für eine bessere Absicherung gegen künftige Wetterextreme schaffen.
Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums waren die vergangenen zwölf Monate die trockensten in Österreich seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1850. Die Auswirkungen seien im gesamten Bundesgebiet und bei zahlreichen landwirtschaftlichen Kulturen spürbar.
Entlastung bei Beiträgen und Versicherungen
Den größten Teil des Pakets macht der geplante Erlass von Sozialversicherungsbeiträgen für zwei Monate aus. Dafür sind rund 140 Millionen Euro vorgesehen. Zusätzlich sollen landwirtschaftliche Betriebe durch Investitionshilfen und Zinszuschüsse unterstützt werden.
Auch bei der Absicherung gegen Wetterrisiken ist eine Änderung geplant: Die Beiträge für die Hagelversicherung sollen um zehn Prozent sinken. Damit soll es für landwirtschaftliche Betriebe attraktiver werden, sich gegen Ernteausfälle und andere wetterbedingte Schäden zu versichern.
Neue Vorgaben für Klimaschutz und Anpassung
Parallel zu den Dürrehilfen sind weitere Maßnahmen im Klima- und Umweltbereich vorgesehen. Ein neues Klimagesetz soll einen Rahmen für die langfristige Reduktion der Treibhausgasemissionen schaffen. Bis Ende 2027 soll ein konkreter Fahrplan vorliegen, wie die Klimaziele erreicht werden können. Geplant sind dabei auch Emissionsreduktionsziele für einzelne Sektoren.
Neben der Verringerung der Treibhausgasemissionen sollen Klimawandelanpassung und Kreislaufwirtschaft stärker berücksichtigt werden. Vorgesehen ist zudem ein Mechanismus, mit dem gegengesteuert werden kann, wenn die festgelegten Klimaziele nicht erreicht werden.
Weitere angekündigte Maßnahmen betreffen den Bodenschutz und schnellere Umweltverträglichkeitsprüfungen. Damit sollen einerseits Flächen besser geschützt, andererseits Genehmigungsverfahren für Projekte beschleunigt werden.
Für die Landwirtschaft ist insbesondere die Kombination aus kurzfristiger finanzieller Unterstützung und langfristiger Anpassung relevant. Extremwetterereignisse wie Dürre, Hitze, Starkregen oder Hagel erhöhen das wirtschaftliche Risiko für Betriebe – und damit auch die Bedeutung von Vorsorge und Versicherungsschutz.

