Wandern: Gute Vorbereitung bleibt entscheidend
(kunid) Zwei Drittel der Österreicher gehen zumindest einmal pro Jahr wandern. Dennoch kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen durch Selbstüberschätzung, Wetterumschwünge oder mangelnde Vorsorge.
Wandern zählt zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten in Österreich. Laut einer Umfrage von Marketagent im Auftrag der Allianz Österreich gehen 65 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal pro Jahr wandern. Mehr als jeder Fünfte unternimmt Touren im alpinen Gelände. Trotz der großen Erfahrung vieler Wanderer zeigt die Befragung, dass Risiken am Berg häufig unterschätzt werden.
Gute Planung mit Schwachstellen
Die meisten Wanderer bereiten sich sorgfältig auf ihre Touren vor. Vier von fünf prüfen vorab den Wetterbericht und kontrollieren ihre Ausrüstung. Drei Viertel wählen die Route passend zur eigenen Kondition und Erfahrung.
Verbesserungspotenzial gibt es jedoch bei der Notfallvorsorge. Nur gut die Hälfte informiert Angehörige oder Freunde über die geplante Route. Zwar nehmen 85 Prozent ihr Mobiltelefon mit, doch nur 42 Prozent haben die Bergrettungsnummer gespeichert und lediglich 38 Prozent teilen ihren Standort mit anderen.
Selbstüberschätzung bleibt häufig
Mehr als jeder Fünfte gibt an, sich beim Wandern bereits einmal überschätzt zu haben. 37 Prozent gerieten schon in gefährliche Wettersituationen, 31 Prozent haben sich bereits verlaufen oder die Orientierung verloren. Fast 40 Prozent mussten eine Wanderung vorzeitig abbrechen.
Auch Begegnungen mit Weidevieh gehören zu den Risiken. Knapp 40 Prozent der Befragten haben bereits eingezäunte Almflächen durchquert, 18 Prozent berichten von bedrohlichen Situationen mit Kühen.
Auch die Gruppe kann zum Risiko werden
Nicht nur die Natur kann zur Herausforderung werden. Unterschiedliche Kondition oder Risikobereitschaft führen laut Umfrage immer wieder zu Spannungen innerhalb von Wandergruppen. 11 Prozent der Befragten haben deshalb bereits einen ernsthaften Konflikt erlebt. Fast jeder Vierte blieb trotz eigener Bedenken bei der Gruppe und überschritt damit die persönliche Belastungsgrenze.
Immer mehr junge Menschen am Berg
Wandern ist längst kein Sport mehr, der vor allem ältere Menschen begeistert. Besonders die Generation Z entdeckt die Berge für sich. Drei Viertel der jungen Erwachsenen gehen zumindest einmal pro Jahr wandern, 44 Prozent sind auch im alpinen Gelände unterwegs.
Mit der wachsenden Beliebtheit steigt jedoch auch die Bedeutung einer guten Vorbereitung. Experten empfehlen, Wetter, Route und eigene Kondition realistisch einzuschätzen, den geplanten Tourenverlauf bekannt zu geben und für den Notfall die Bergrettungsnummer 140 im Mobiltelefon zu speichern. Zudem sollten Wanderer beachten, dass Freizeitunfälle in den Bergen nicht von der gesetzlichen Unfallversicherung gedeckt sind und eine private Absicherung im Ernstfall sinnvoll sein kann.

