Generation 50+: Vorsorge bleibt Thema
(kunid) Eine Studie zeigt, dass viele Österreicher die Herausforderungen des Pensionssystems erkennen. Bei der eigenen Ruhestandsplanung besteht jedoch häufig noch Nachholbedarf.
Mit zunehmendem Alter rückt die finanzielle Absicherung im Ruhestand stärker in den Fokus. Eine aktuelle Studie von Integral im Auftrag von Standard Life zeigt, dass sich viele Menschen der Herausforderungen im Pensionssystem bewusst sind. Gleichzeitig fehlt es oft an einer konkreten Planung für die Zeit nach dem Berufsleben.
Großes Problembewusstsein
Für die Studie wurden im April und Mai 2026 insgesamt 653 Österreicher zwischen 50 und 75 Jahren befragt. 56 Prozent rechnen damit, dass das gesetzliche Pensionsantrittsalter innerhalb der nächsten fünf Jahre angehoben wird. Weitere 28 Prozent erwarten eine entsprechende Reform innerhalb der kommenden zehn Jahre.
Gleichzeitig wären nur 16 Prozent bereit, für die langfristige Stabilität des Pensionssystems Einbußen bei der eigenen Pension in Kauf zu nehmen.
Planung beginnt oft zu spät
Obwohl viele Befragte mit finanziellen Veränderungen im Ruhestand rechnen, haben bislang nur 22 Prozent einen konkreten Einnahmen-Ausgaben-Plan erstellt. Weitere 27 Prozent geben an, dies noch nachholen zu wollen.
Nur 40 Prozent sind überzeugt, ihren bisherigen Lebensstandard im Ruhestand halten zu können. Dennoch möchten die meisten ihre Ruhestandsplanung ohne professionelle Unterstützung bewältigen. Lediglich 13 Prozent würden sich an ihre Bank wenden, sieben Prozent an einen Finanz- oder Versicherungsberater.
Die Studienautoren sehen darin eine deutliche Lücke zwischen dem Bewusstsein für mögliche Versorgungslücken und der tatsächlichen Vorsorge.
Pensionssystem unter Druck
Aus Sicht des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo) wird der Finanzierungsdruck auf das Pensionssystem in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Ursachen sind vor allem die demografische Entwicklung und strukturelle Veränderungen am Arbeitsmarkt.
Österreich verfügt zwar über vergleichsweise hohe gesetzliche Pensionen, das System basiert jedoch überwiegend auf dem Umlageverfahren. Experten sehen daher einen ausgewogenen Mix aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge als sinnvoll an. Auch Reformen beim Pensionsantrittsalter oder beim Ausbau kapitalgedeckter Elemente werden als mögliche Ansatzpunkte diskutiert.
Vorsorge auch nach 50 sinnvoll
Nach Einschätzung der Experten ist es auch jenseits des 50. Lebensjahres nicht zu spät, zusätzliche Vorsorge aufzubauen. Entscheidend sei zunächst, die eigene finanzielle Situation realistisch einzuschätzen und den gewünschten Lebensstandard im Ruhestand zu definieren.
Je früher bestehende Versorgungslücken erkannt werden, desto größer bleiben die Möglichkeiten, mit geeigneten Spar- und Vorsorgelösungen gegenzusteuern. Eine regelmäßige Überprüfung der eigenen Pensionsplanung kann dabei helfen, finanzielle Ziele an veränderte Lebenssituationen anzupassen.

