Pensionsreform: Zweifel überwiegen
(kunid) 84 Prozent der Österreicher halten Reformen im Pensionssystem für notwendig. Das Vertrauen in deren politische Umsetzung ist jedoch deutlich geringer.
Die langfristige Finanzierung des Pensionssystems beschäftigt viele Menschen. Laut einer internationalen Umfrage von Allianz Research sehen 84 Prozent der Österreicher Reformbedarf, um die langfristige Tragfähigkeit des Sozial- und Pensionssystems zu sichern. Nur 46 Prozent gehen allerdings davon aus, dass die notwendigen Reformen tatsächlich umgesetzt werden.
Österreich ähnlich wie andere Länder
Für die Studie wurden rund 8.000 Personen in Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Spanien, Großbritannien und den USA befragt. Insgesamt befürworten 80 Prozent Reformen, das Vertrauen in deren Umsetzung fällt jedoch in allen Ländern deutlich geringer aus. Besonders optimistisch zeigen sich die Befragten in den USA und Polen, während Deutschland und Italien deutlich skeptischer sind.
Auch zwischen den Generationen zeigen sich Unterschiede. Mit zunehmendem Alter steigt die Überzeugung, dass Reformen notwendig sind. Gleichzeitig sinkt jedoch die Erwartung, dass diese tatsächlich umgesetzt werden.
Mehr Eigenvorsorge gewünscht
Bei der Frage nach möglichen Lösungen spricht sich die Mehrheit für mehr Eigenverantwortung und private Vorsorge aus. Deutlich weniger Zustimmung erhalten Maßnahmen wie höhere Steuern oder steigende Sozialversicherungsbeiträge. In Österreich unterstützen lediglich sieben Prozent diesen Ansatz.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass viele Menschen ihre finanzielle Situation im Alter nur schwer einschätzen können. Rund die Hälfte erwartet, dass die gesetzliche Pension künftig den größten Teil des Alterseinkommens abdecken wird.
Finanzwissen als Herausforderung
Nach Einschätzung der Studienautoren gewinnt finanzielle Bildung damit weiter an Bedeutung. Nur wer die Möglichkeiten der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge kennt, kann rechtzeitig entsprechende Entscheidungen treffen.
Die Umfrage zeigt allerdings deutliche Wissenslücken: Lediglich 18 Prozent der Befragten verfügen über ein hohes Maß an Finanzwissen, während mehr als ein Viertel nur geringe Kenntnisse angibt. Damit bleibt finanzielle Bildung eine wichtige Voraussetzung für eine eigenverantwortliche Altersvorsorge.

