23 Apr 2023

Allianz Pension Index: Österreich im Mittelfeld

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Der Allianz-Konzern hat am Mittwoch seinen „Global Pension Report 2023“ veröffentlicht.

In der zweiten Ausgabe werden 75 Pensionssysteme, darunter auch das österreichische, analysiert.

Methodik

Messgröße ist der „Allianz Pension Index“ (API), der dreierlei einbezieht:

  • die demographischen und fiskalischen Ausgangsbedingungen (mit einer Gewichtung von 20 Prozent),
  • die „Nachhaltigkeit“ (40 Prozent) etwa hinsichtlich Finanzierung und Beitragszeiten sowie
  • die „Angemessenheit“ (40 Prozent), womit beispielsweise Verbreitungsgrad und Pensionshöhe gemeint sind.

Die Untersuchung erfolgte anhand von insgesamt 40 Parametern, mit Werten zwischen 1 (sehr gut) und 7 (sehr schlecht). Aus der gewichteten Summe aller Parameter errechnete die Allianz eine Gesamtnote.

Dänemark vor Niederlanden und Schweden

In der Vorgängeranalyse 2020 waren 70 Länder einbezogen worden. An der Spitze lag Schweden (API: 2,91) vor Belgien (2,92) und Dänemark (2,96).

2023 bleiben die ersten drei Plätze „in der Region“: Dänemark (2,2) wird am besten bewertet, vor den Niederlanden (2,6) und Schweden (2,6).

Österreich rückt von Rang 34 auf Rang 26 vor, und auch sein „API“ hat sich verbessert, von 3,84 auf 3,4 Punkte. Die „Angemessenheit relativ großzügiger Pensionen hierzulande“ gehe „deutlich zu Lasten der Nachhaltigkeit“, heißt es aus der Allianz.

„Problematische Schieflage“

Für die „bevorstehenden demographischen Veränderungen“ seien nur wenige Länder wie etwa die drei Erstplatzierten „gut gerüstet“, urteilt die Allianz.

Die demographische Entwicklung führe zu einer „problematischen Schieflage“, wenn der Reformprozess des Pensionssystems nicht kontinuierlich forciert werde“, meint Andreas Csurda, Vorstand der Allianz Pensionskasse AG.

Höhere Beiträge für Vorsorge „dürfen kein Tabu sein“

„Die Reformen müssen insbesondere bei der Nachhaltigkeit des Systems ansetzen“, so Csurda. Auch höhere Beiträge für die betriebliche und private Vorsorge „dürfen kein Tabu sein“.

Der Generationenvertrag sei, global betrachtet, fast überall brüchig geworden. „Gerade die jüngeren Generationen Y und Z sind gefordert, stärker selbst fürs Alter vorzusorgen“, so Csurda.

Die „unbequeme Wahrheit“ sei: „Sie werden länger arbeiten sowie mehr und fokussierter sparen müssen“, ergänzt Csurda.

„Gesellschaftlicher Wert der Arbeit“ als Stellschraube

Generell habe sich der fiskalische Spielraum infolge von Corona, Krieg und Energiekrise in den meisten Staaten „noch einmal wesentlich eingeengt“, stellt die Allianz fest. Das „Zeitfenster für nachhaltige Reformen“ werde kleiner.

Neben „technischen Details wie beispielsweise Beitragshöhe und -zeiten“ gebe es aber eine zentrale Stellschraube für nachhaltige und angemessene Pensionssysteme, nämlich den gesellschaftlichen Wert der Arbeit.

„Automatisierung, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz ermöglichen den universellen Zugang zu Bildung und damit neue Arbeitskonzepte“, sagt Allianz-Chefvolkswirt Ludovic Subran.

„Die Auflösung der starren Zweiteilung in Erwerbstätigkeit und Ruhestand ist derzeit nur für wenige Privilegierte gegeben“, so Subran. „Das Pensionssystem der Zukunft beginnt damit, die Welt der Bildung und Arbeit für alle neu zu denken.“

Zum Herunterladen

Der „Allianz Global Pension Report 2023“ (englisch) kann von der Allianz-Website als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

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