05 Sep 2021

Noch ist es nicht zu spät, der Klimakrise zu begegnen

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(kunid) Faktum ist: die Erderwärmung ist längst auch in Österreich angekommen. Während wir in den 70er, 80er Jahren noch rund zehn Hitzetage, also Tage mit mehr als 30 °C, hatten, sind es jetzt knapp 30 Hitzetage, also das Dreifache. Spürbar ist die Erderwärmung aber auch an den zunehmenden Wetterextremen, die die Landwirtschaft unmittelbar treffen.

Alleine im heurigen Jahr verzeichnen wir bisher 220 Millionen Euro durch Wetterextreme verursachte Schäden, in den vergangenen fünf Jahren eine Milliarde Gesamtschaden in der Landwirtschaft!

Wir haben in Österreich aber im internationalen Vergleich ein breites Private-Public-Partnership-System mit einer umfassenden Produktpalette und einer modernen Schadenserhebung.

So ist aus der Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand, Versicherungswirtschaft und Landwirtschaft das zunehmende Wetterrisiko bislang kalkulierbar.

Chance zu einer nachhaltigen regionalen Wirtschaft

Da der Klimawandel vor Landesgrenzen nicht Halt macht, ist ein internationaler Schulterschluss auch im globalen Kampf gegen die Klimakrise unverzichtbar. Durch eine kollektive Intelligenz konnte die Pandemie durch Impfung stabilisiert werden. So muss es wohl auch gelingen, unseren Planeten vor dem Klimawandel zu retten, hieß es im Rahmen einer Konferenz der Hagelversicherung.

Dazu ist die Erfüllung der völkerrechtlichen Verpflichtung, wie der Vertrag von Paris, eine Grundvoraussetzung. Aber auch national sind Anstrengungen für mehr Klimaschutz dringend erforderlich.

Das Hauptproblem des mangelnden Klimaschutzes in Österreich kommt aus den CO2-Emissionen des Verkehrs. So sind im Zeitraum 1990 bis 2020 die CO2-Emissionen beim Verkehr um 49,4 % gestiegen.

Vorbild Landwirtschaft

Es macht keinen Sinn, das Verkehrsproblem durch neue Straßen zu lösen. Das ist Symptom- und keine Ursachenbekämpfung.

Die Ursachen liegen unter anderem darin, dass heute Lebensmittel zu Weltreisenden geworden sind. So werden Erdäpfel beispielsweise aus Holland zum Schälen nach Marokko und retour gekarrt. Private Fahrgemeinschaften zu fördern wäre etwa auch eine Ursachenbekämpfung.

Ein weiteres Thema ist der Flugverkehr: Wenn heute ein Flug von Wien nach Bukarest um schon 9 Euro angeboten wird, stimmt etwas im System nicht. Schlussfolgerung: Jeder Einzelne muss sein Mobilitäts- und Konsumverhalten hinterfragen.

Dazu gehört auch ein weiterer Ausbau des öffentlichen Verkehrs, wo in vorausschauender Weise durch die österreichische Regierung sehr viel investiert wird – 48 Milliarden Euro in den nächsten zehn Jahren.

Der einzige Sektor, der auf Klima- und Kyoto-Kurs liegt, ist die Landwirtschaft. Im Zeitraum 1990 bis 2020 konnten die CO2-Emissionen um 14,3 % reduziert werden.

Katastrophe vermeiden und Chance nutzen

Zu einem zweiten hausgemachten Klimaschutzproblem, dem Bodenverbrauch: In den letzten 25 Jahren wurden 150.000 Hektar Äcker und Wiesen durch Verbauung aus der Produktion genommen. Das entspricht der gesamten Agrarfläche des Burgenlands.

Mit immer mehr verbauter Fläche gefährden wir aber weiter die Lebensmittelversorgungssicherheit Österreichs. Zudem nehmen die Schäden durch Überschwemmung und Dürre mangels Wasser- und CO2-Speicher zu.

Der Bodenschutz braucht ein Maßnahmenbündel, z.B. durch eine Revitalisierungsoffensive der mehr als 40.000 Hektar leerstehenden Immobilien, ehe weitere beste Äcker und Wiesen verbaut werden. Oder es gehört die Kommunalsteuer auf Bundesebene organisiert und im Wege des Finanzausgleichs nach Umweltkriterien an die Gemeinden verteilt, erklärten die Experten in der Konferenz.

Wie auch immer: Schauen wir auf uns – und unsere Umwelt!

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