Fahrraddiebe haben oft leichtes Spiel
(kunid) Fast jeder vierte Haushalt in Österreich war in den vergangenen fünf Jahren von einem Diebstahl eines Fahrrads, E-Bikes oder E-Scooters betroffen. Besonders schlecht gesicherte Fahrzeuge können innerhalb weniger Sekunden verschwinden.
Eine aktuelle, repräsentative Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) zeigt das Ausmaß: Rund 23 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen selbst oder einer anderen Person in ihrem Haushalt innerhalb der vergangenen fünf Jahre ein Fahrrad, E-Bike oder E-Scooter gestohlen wurde. Für die im Juni 2026 durchgeführte Untersuchung wurden 1.520 Personen im Alter zwischen 14 und 79 Jahren befragt.
Am häufigsten betroffen waren Fahrräder: 18 Prozent berichteten von einem Diebstahl. Bei E-Bikes und E-Scootern waren es jeweils drei Prozent.
Gute Schlösser machen den Unterschied
Wie leicht unzureichend gesicherte Fahrzeuge gestohlen werden können, demonstrierte das KFV auch in praktischen Tests. Handelsübliche Stahlseilschlösser konnten mit einem Bolzenschneider bereits innerhalb von zehn bis 30 Sekunden durchtrennt werden. Ein Schloss allein bietet daher nicht automatisch ausreichenden Schutz.
E-Bikes werden offenbar sorgfältiger gesichert als herkömmliche Fahrräder. 77 Prozent der Befragten verwenden beim Abstellen ihres E-Bikes fast immer ein Schloss. Bei Fahrrädern sind es 66 Prozent, bei E-Scootern lediglich 51 Prozent. Eine Rolle dürfte dabei auch der Wert spielen: E-Bikes sind häufig wesentlich teurer als Fahrräder für den alltäglichen Gebrauch.
Neben einem möglichst widerstandsfähigen Schloss empfiehlt es sich, das Fahrzeug an einem festen Gegenstand anzuschließen. Bei längeren Standzeiten sind gut einsehbare und möglichst belebte Abstellplätze zu bevorzugen. Bei hochwertigen Fahrrädern oder E-Bikes kann zudem ein elektronischer Tracker die Chance erhöhen, ein gestohlenes Fahrzeug wiederzufinden.
Diebstahl bei der Polizei anzeigen
Bemerkenswert ist, dass viele Betroffene einen Diebstahl gar nicht melden. Laut KFV erstattete rund ein Drittel keine Anzeige bei der Polizei. Ein Grund dafür ist offenbar die geringe Hoffnung, das gestohlene Fahrzeug wiederzubekommen.
„Mit ein Grund für die niedrige Anzeigenquote ist die geringe Erwartung, das Fahrzeug jemals zurückzubekommen“, erklärt Armin Kaltenegger, Leiter des Fachbereichs Eigentumsschutz im KFV. Bei E-Scootern könnten zunehmend verbreitete elektronische Trackingmöglichkeiten die Wiederauffindbarkeit erleichtern und gleichzeitig abschreckend auf Diebe wirken.
Das KFV empfiehlt, einen Diebstahl auch bei älteren Fahrzeugen anzuzeigen. Hilfreich ist es außerdem, bereits vorab Rahmennummer, Marke und Modell zu dokumentieren und Fotos aufzubewahren. Auch für die Schadenmeldung bei einer bestehenden Versicherung können diese Angaben wichtig sein.

