19 Jul 2026

Motorradunfälle auf Rekordhoch

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(kunid) 2025 erreichte die Zahl der verletzten Motorradfahrer in Österreich einen neuen Höchststand. Gleichzeitig trägt fast jeder zweite Biker keine ausreichende Schutzkleidung.

Das Risiko, bei einem Motorradunfall verletzt zu werden, ist deutlich höher als im Pkw. Laut einer aktuellen Analyse des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) ist das Verletzungsrisiko – bezogen auf die Fahrleistung – rund 37-mal so hoch wie beim Autofahren. Dennoch verzichten viele Motorradfahrer insbesondere an heißen Tagen auf geeignete Schutzkleidung.

Fast jeder Zweite unzureichend geschützt

Nach rund 13.900 Beobachtungen des KFV tragen 45 Prozent der Motorradfahrer keine angemessene Schutzkleidung. Im Ortsgebiet ist der Anteil mit 76 Prozent besonders hoch, außerhalb geschlossener Ortschaften sind es immerhin noch 31 Prozent.

Als angemessen gelten neben dem Helm auch Handschuhe, Motorradstiefel sowie spezielle Schutzbekleidung aus Leder oder abriebfestem Textil für Oberkörper und Beine. „Es ist ein Irrglaube, dass einem bei geringem Tempo im Ortsgebiet nichts Schlimmes passieren kann“, betont Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV.

Airbag-Bekleidung gewinnt an Bedeutung

Das KFV empfiehlt moderne Motorradbekleidung mit integrierten Airbag-Systemen. Sensoren erkennen einen Sturz innerhalb von Sekundenbruchteilen und lösen den Airbag aus, wodurch die Aufprallenergie reduziert werden kann. Solche Systeme können insbesondere Verletzungen an Brustkorb und Oberkörper sowie Abschürfungen und Prellungen verringern.

Auch bei hohen Temperaturen müsse niemand auf Schutz verzichten. Moderne Textilbekleidung mit Belüftungssystemen und Mesh-Materialien biete ausreichende Kühlung und gleichzeitig Schutz vor Verletzungen und Sonnenbrand.

Rekordzahl an Verletzten

Nach dem bisherigen Höchststand im Jahr 2024 stieg die Zahl der verletzten Motorradfahrer 2025 erneut auf einen Rekordwert von 4.584 Personen. Vor allem die Zahl der Leichtverletzten hat in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen. Seit dem Jahr 2000 stieg sie um 55 Prozent, während die Zahl der Schwerverletzten leicht zurückging.

Als leichte Verletzungen gelten dabei nicht nur Schürfwunden, sondern auch größere Platzwunden oder einfache Knochenbrüche. Selbst zwei gebrochene Rippen werden in der Unfallstatistik noch als leichte Verletzung eingestuft.

Vier Bundesländer mit Höchstwerten

Besonders betroffen waren 2025 Niederösterreich, Wien, die Steiermark und Kärnten. In allen vier Bundesländern wurde die höchste Zahl verletzter Motorradfahrer seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1976 registriert. Gleichzeitig stagniert auch die Zahl der tödlichen Motorradunfälle seit Jahrzehnten auf hohem Niveau. Während die Zahl der Verkehrstoten im Pkw stark gesunken ist, kamen 2025 österreichweit noch immer 81 Motorradfahrer ums Leben.

Das KFV empfiehlt Motorradfahrern daher, auch bei sommerlicher Hitze konsequent vollständige Schutzkleidung zu tragen, auf Motorräder mit ABS zu setzen sowie regelmäßig Trinkpausen einzulegen, um Konzentration und Reaktionsfähigkeit aufrechtzuerhalten.

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