Starkregen: Mit kleinen Maßnahmen große Schäden verhindern
(kunid) Starkregen und Hochwasser verursachen in Österreich jährlich Schäden in Millionenhöhe. Aktuelle Berechnungen zeigen, dass bereits einfache Schutzmaßnahmen die Risiken deutlich senken können.
Die Folgen von Starkregen und Hochwasser nehmen in Österreich zu. Gleichzeitig zeigen neue Analysen, dass bereits vergleichsweise einfache Vorsorgemaßnahmen erhebliche Schäden verhindern können. Darauf weisen der Versicherungsverband VVO, das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und das LIFE Institut für Klima, Energiesysteme und Gesellschaft hin.
Risiko betrifft ganz Österreich
Mit der Aktualisierung der Naturgefahrenplattform HORA 3.0 wurde die Datengrundlage zur Bewertung von Hochwasserrisiken deutlich verbessert. Analysiert wurden rund 2,16 Millionen Wohngebäude in Österreich.
Die Auswertungen zeigen, dass der durchschnittliche jährliche Hochwasserschaden bei Wohngebäuden zwischen 240 und 285 Millionen Euro liegt. Für ein statistisch alle 200 Jahre auftretendes Extremereignis wird ein Schadenpotenzial von bis zu 6,8 Milliarden Euro ausgewiesen.
„Der Klimawandel ist längst Realität und die finanziellen Folgen werden immer deutlicher sichtbar“, sagt VVO-Generalsekretär Christian Eltner. Besonders Starkregenereignisse würden zeigen, dass heute nicht mehr nur klassische Hochwassergebiete betroffen seien.
Starkregen wird zur Herausforderung
Neben Flusshochwässern rückt Starkregen zunehmend in den Fokus. Anders als Hochwasser entlang von Flüssen kann Starkregen nahezu überall auftreten. Innerhalb kurzer Zeit können große Wassermengen Keller, Garagen oder Wohnräume überfluten.
Die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass grundsätzlich jede Gemeinde und jedes Gebäude betroffen sein könne. Erstmals werden diese Gefährdungen nun auch in der aktuellen HORA-Kartierung ausgewiesen.
Prävention zeigt große Wirkung
Wie wirksam Vorsorgemaßnahmen sein können, verdeutlichen aktuelle Modellrechnungen. Demnach könnten 86 Prozent der Gebäude vor Überflutungen durch Starkregen geschützt werden, wenn Eingänge, Lichtschächte oder andere sensible Gebäudebereiche um lediglich fünf Zentimeter höher abgesichert wären.
Auch bei klassischen Hochwasserereignissen zeigt sich ein erhebliches Potenzial. Würden Gebäude durch geeignete Schutzmaßnahmen gegen Überflutungen von bis zu 60 Zentimetern gesichert, ließe sich der durchschnittliche jährliche Schaden österreichweit um rund 53 Prozent reduzieren. Die Schadenssumme würde dadurch von bis zu 285 Millionen Euro auf rund 125 Millionen Euro pro Jahr sinken.
„Unsere Berechnungen zeigen sehr deutlich, dass sich Investitionen in Prävention sowohl gesellschaftlich als auch volkswirtschaftlich auszahlen“, sagt Franz Prettenthaler, Direktor des LIFE Instituts.
Eigenvorsorge gewinnt an Bedeutung
Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse fordern die Experten einen stärkeren Fokus auf Prävention und Risikobewusstsein. Neben öffentlichen Schutzmaßnahmen komme der Eigenvorsorge von Hauseigentümern eine immer größere Rolle zu.
„Oft reichen bereits wenige Zentimeter, um Gebäude wirksam vor eindringendem Wasser zu schützen“, betont KFV-Direktor Christian Schimanofsky. Wer frühzeitig vorsorge, könne im Ernstfall erhebliche Schäden vermeiden.

