14 Jun 2026

70.000 Freizeitunfälle im Sommer

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(kunid) Im Sommer steigt das Risiko für Freizeitunfälle deutlich. KFV und VVO verweisen auf Sportaktivitäten, Hitze, geändertes Mobilitätsverhalten und die oft unterschätzten finanziellen Folgen schwerer Verletzungen.

Der Versicherungsverband VVO und das Kuratorium für Verkehrssicherheit KFV haben vor kurzem auf erhöhte Unfallrisiken in den Sommermonaten hingewiesen. Im Fokus standen Freizeitunfälle, Hitzerisiken und die finanzielle Absicherung nach Unfällen.

44 Prozent der Unfälle beim Sport

Allein in den Monaten Juni, Juli und August 2025 wurden in Österreich rund 69.200 Menschen bei Freizeitunfällen so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. „Bagatellfälle“ seien in dieser Zahl nicht enthalten, betonte KFV-Direktor Christian Schimanofsky.

Rund 30.000 dieser Unfälle entfielen auf sportliche Aktivitäten. Das entspricht etwa 44 Prozent. Mit rund 8.700 Verletzten war Fußball die unfallträchtigste Sportart. Es folgten Wandern und Klettern mit rund 5.300 Verletzten. Beim Tennis und Tischtennis wurden rund 2.200 Verletzte registriert, beim Mountainbiken rund 2.000.

Als Ursachen nennt das KFV unter anderem die Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten sowie Ablenkung, etwa durch soziale Medien. Beim Wandern sei insbesondere der Rückweg ins Tal kritisch, da Konzentration und Leistungsfähigkeit nachlassen können.

Hitze als zusätzlicher Risikofaktor

Wolfgang Schobersberger, Leiter des Instituts für Sport-, Alpinmedizin & Gesundheitstourismus der Tirol Kliniken und Professor an der Privatuniversität Umit Tirol, verwies auf die Auswirkungen hoher Temperaturen. Selbst in den Bergen könne es trotz kühlerer Luft und ausreichender Flüssigkeitszufuhr zu Überhitzung kommen.

Ab 30 Grad Umgebungstemperatur müsse damit gerechnet werden, dass die Körperkerntemperatur so weit steigt, dass der Körper in Hitzestress gerät. Gesundheitskritisch werde es ab 40 Grad Körperkerntemperatur.

Schobersberger sprach sich daher für Hitzepräventionskonzepte aus, „sowohl für die individuelle Sicherheit als auch für Veranstaltungen in unseren Breiten“. VVO-Generalsekretär Christian Eltner verwies in diesem Zusammenhang auf die zunehmende Zahl von Hitzetagen infolge des Klimawandels.

Versicherungsleistungen steigen

VVO-Vizepräsident Ralph Müller berichtete, dass die österreichischen Unfallversicherer 2025 erstmals mehr als 1 Mrd. E an Leistungen ausbezahlt haben. Insgesamt beliefen sich die Leistungen auf 1,09 Mrd. E, was einem Anstieg von 18,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Registriert wurden 274.627 Leistungsfälle, ein Plus von 0,8 Prozent. „Eine ganze Reihe“ davon seien schwere Fälle gewesen, bei denen Leistungen von „weit über eine Million Euro“ erbracht wurden.

Die private Unfallversicherung leiste damit einen wichtigen Beitrag bei der Absicherung von Freizeitrisiken, die laut VVO nicht zuletzt durch geändertes Mobilitätsverhalten zunähmen, etwa durch E-Scooter und E-Bikes.

Laut VVO ist jedoch nur etwa jede zweite Person in Österreich privat unfallversichert. Im Jahr 2025 waren 4,50 Millionen Risiken in der privaten Unfallversicherung erfasst, nach 4,55 Millionen im Jahr davor.

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