15 Feb 2026

Erhöhtes Unfallrisiko: KFV zählte tausende Raser

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(kunid) 2025 hat das KFV bei Messungen im Straßenverkehr rund 4.900-mal Personenkraftwagen registriert, die das geltende Tempolimit um mehr als 50 km/h überschritten haben. Dabei könne schon eine um 10 km/h höhere Geschwindigkeit das Gefahrenpotenzial deutlich erhöhen, warnt das Kuratorium.

Mehr als 25 Prozent der 397 Todesfälle in Österreichs Straßenverkehr 2025 sind laut vorläufigen Daten auf nicht angepasste Geschwindigkeit als Hauptunfallursache zurückzuführen. Darauf macht das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) aufmerksam.

Anlass ist, dass das KFV seit 1994 regelmäßig die Geschwindigkeiten von Fahrzeugen mittels eigener Seitenradargeräte misst und dazu nun neue Daten veröffentlicht hat.

2025 hat das KFV österreichweit an 243 Standorten rund 22 Millionen Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Erhoben wird dabei, in welchem Ausmaß Tempolimits überschritten werden.

Rund 4.900 rasen inner- und außerorts

„Dabei werden immer wieder auch massive Überschreitungen registriert“, teilte das KFV am Donnerstag mit.

2025 habe man rund 4.900-mal Pkws mit einer Tempolimit-Überschreitung von mehr als 50 km/h gezählt; beispielsweise fuhren solche Fahrzeuge also mit über 100 km/h durchs Ortsgebiet.

Rund 1.800 dieser Pkw seien sogar um mehr als 60 km/h zu schnell unterwegs gewesen, 600 Pkw um mehr als 70 km/h.

Zwei von drei Pkw fahren in Tempo-30-Zonen mehr als 30

Mehrheitlich sind die Zu-schnell-Fahrer laut KFV keine Extremraser.

66 Prozent sind in 30er-Zonen schneller als 30 km/h gefahren. 15 Prozent aller gemessenen Pkw sind in diesen Zonen 40 km/h oder schneller gefahren, 1,4 Prozent 50 km/h oder mehr.

„Bezogen auf mehr als 1,3 Millionen Messungen in Tempo-30-Zonen sind das in absoluten Zahlen gar nicht so wenig“, betont das KFV.

Und fügt hinzu: Die Unfallgefahr ist bei nicht angepasster Geschwindigkeit generell immer erhöht. Bei einem Unfall könne schon ein Zuviel von 10 km/h die Schwere der Verletzung stark erhöhen.

Jährlich rund 4.800 Unfälle mit Personenschaden

Im Schnitt der Jahre 2022 bis 2024 kam es in Österreich pro Jahr zu 4.834 Unfällen mit Personenschaden wegen nicht angepasster Geschwindigkeit, stellt das KFV fest. Dabei wurden 6.254 Personen verletzt, 94 getötet.

Gefahr groß, Zeitersparnis gering

„Die Gefahr beim Schnellfahren ist groß, die Zeitersparnis gering“, gibt Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV, zu bedenken.

„Wer in der Stadt fünf Kilometer lang konstant mit 50 statt mit 30 km/h fährt, würde gerade einmal vier Minuten an Zeit sparen“, so Robatsch. „Tatsächlich liegt die Zeitersparnis aufgrund von Ampeln oder Kreuzungen sogar nur unter einer Minute, wie KFV-Fahrsimulationen zeigen.“

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